interview hier zufällig ausgewählt. systematisch kann auf die interviews über studierende oder lehrende zugegeriffen werden

interviewer:
marion godau
2003-11-05


protraitbild

Guido Englich
wie wuerdest du jemand anderem deinen job erklaeren?
Projekte im Bereich Kommunikation, Medien. Gastprofessur für strategische Produkt- und Konzeptentwicklung an der Hochschule für Kunst und Design in Halle.

welche arbeiten oder auch ereignisse waren besonders wichtig fuer dich?
ab 81 studium germanistik und theaterwissenschaft, film- und theaterprojekte. ab 85 studium industrie design, ID4 an der hdk. Ab 86 mitarbeit an verschiedenen projekten/studien bei Roericht in Ulm. hier die wesentlichen impulse und beobachtungen meiner studienzeit und viel profitiert auch aus der zusammenarbeit mit Burkhard Schmitz und Petra Kellner (an projekten für NCR, Loewe, Wilkhahn, Bosch/Siemens). erste begegnung mit wilkhahn 88, 89: anlässlich konferenzstudie. 87 - 98 zusammenarbeit mit Anna Wagner: z.b. ”Mac-Reiseführer” noch während des studiums bürogründung mit Anna Wagner (maclab bis 91, englich + wagner bis 1998). projekte für Borland, Rowohlt-Verlag, Sender Freies Berlin, Wilkhahn, Rosenthal-Einrichtung, u.a. langjähriger wichtiger mitmacher im büro: Karl Müller. Projektauswahl: - versuchslabor für neue arbeitskulturen für Wilkhahn (91-93). - konzeption und gestaltung der marketingmittel für Wilkhahn (93-97, 99-2002). - x-mal (Projekt-Labor): experimentelle werkstatt für produkt-entwicklungen/realisierungen in eigenregie). - projekt mit sehr langem atem für Wilkhahn (sieben jahre konzeptvorschläge, strategiepläne, überzeugen und motivieren):, zusammen mit Burkhard Remmers (von Wilkhahn): konferieren, diskutieren, lernen? Einrichtungs-Handbuch für Kommunikationsräume (1997, isbn 3-00-002418-2). - c-r-e-w.com, entwicklung einer umfangreichen produktfamilie für die einrichtung von managementbüros für Rosenthal-Einrichtung (mit Karl Müller, 96?00/02, siehe auch www.c-r-e-w.com). - seit 2000 verstärktes interesse an interaktiven systemen, zeitbasierten darstellungsformen, digitalen planungstools, etc. (diesbezüglich projekte für Wilkhahn, für vecta, für Steelcase, u.a.)

mit wem bist du so in verbindung oder mit wem arbeitest du zusammen?
Anna Wagner, Laura von Wangenheim, Miho Baumm, Karl Müller, u.a.

triffst du noch ehemalige id4ler oder arbeitest du mit ihnen zusammen?
Sybille Riemann. Karin Schmidt-Ruhland. Hauke Murken. Nicolai Neubert und Conni Schiffers. Klaus Michel. u.a.

woran oder wo wuerdest du gerne arbeiten? was wuerde dich reizen?
woran arbeiten: an mir. forschung und dokumentation: über entwurfsmethoden und -strategien, über visualisierung, vermittlung und didaktik (sehr reizvoll mit bewegten bildern!), über versuchsanordnungen/hilfsmittel/methoden zum öffnen festgefahrener handlungs- und kommunikationsstrukturen

wer oder was inspiriert dich/bewunderst du im moment? wer oder was bringt dich auf ideen und turnt dich an?
meine tochter Mira (8) und mein sohn Béla (4): das entstehen ihrer interessen und neigungen, das entwickeln ihrer durchsetzungsstrategien, ihre begeisterung, ihre experimente, ihre konflikte und enttäuschungen, etc. (und alles immer volle kraft 100%)

was faellt dir als erstes ein, wenn du an dein studium im id4 denkst?
Menschen.

was hat dir für die praxis am meisten gebracht?
scheinbar gesicherte erkenntnisse immer wieder neu bewerten. (worum ich mich in der langen zusammenarbeit mit Anna Wagner dank ihres humors, ihrer skepsis und ihrer schonungslosen aufmerksamkeit auch beim besten willen nicht herumdrücken konnte.)

welche lehr-ansätze von id4 funktionieren für dich noch? oder vielleicht gerade heute?
das öffnen der fragestellung (über das dingfeste hinaus ins flüssige/gasförmige). hypothesen bilden und methoden (versuchsanordnungen, simulationen, etc. ) entwickeln, diese zu überprüfen. den mut, zu verwerfen, wenn die hypothese sich als untauglich herausstellt. den nächsten schaltkreis anstreben.