interview hier zufällig ausgewählt. systematisch kann auf die interviews über studierende oder lehrende zugegeriffen werden

interviewer:
marion godau
2003-12-18


protraitbild

Sylvia Robeck
wie wuerdest du jemand anderem deinen job erklaeren?
Probleme erkennen, analysieren, Ideen und Lösungen erarbeiten. Dann viel Kommunikation, um mit meinen Partnern oder Kunden einen gemeinsamen Weg zu finden, die Dinge umzusetzen.

welche arbeiten oder auch ereignisse waren besonders wichtig fuer dich?
Angefangen hat das Interesse an internationalen Projekten im Büro Roericht. Die Jahre, die ich danach in London bei Addison Design und in Tokyo bei Shukoh verbrachte, ermöglichten mir an großen internationalen und interdisziplinären Projekten zu arbeiten und meine Fähigkeiten zur Vermittlung und Fokussierung unterschiedlicher Disziplinen zu professionalisieren. Die Verbindung von Designerfahrung und interdisziplinärem Arbeiten konnte ich bei der Planung und Realisierung der Firmenzentrale der MetaDesign AG in Berlin, dem ”MetaHaus”, voll ausschöpfen und deshalb ist es bisher mein wichtigstes Projekt.

mit wem bist du so in verbindung oder mit wem arbeitest du zusammen?
Das ”Roericht-Netzwerk” ist groß und deshalb trifft man immer wieder an den unmöglichsten Orten aufeinander... In ständiger Verbindung bin ich mit Detlef Saalfeld, Axel Stumpf, Gert Schneider und Inge Sommer sowie mit Udo Schill und Lukas Huggenberg, Kontakte aus dem Ulmer Büro.

triffst du noch ehemalige id4ler oder arbeitest du mit ihnen zusammen?
s.o.

woran oder wo wuerdest du gerne arbeiten? was wuerde dich reizen?
Mir liegen Projekte mit großer Komplexität. Da ich in den letzten Jahren viel mit Architektur und Innenarchitektur zu tun hatte, würden mich z.B. ein Luxushotel oder neue Verkehrskonzepte wie XXX-Großraumflugzeuge reizen. Am liebsten internationale Projekte mit gutem Budget und je weiter weg von Berlin, desto besser.

wer oder was inspiriert dich/bewunderst du im moment? wer oder was bringt dich auf ideen und turnt dich an?
Der Alltag, - es sind die kleinen Dinge. Wenn man der Welt mit ”wachen Augen” begegnet, gibt es an jeder Ecke etwas zu entdecken. Viel Inspiration gibt es auch unter Wasser beim Tauchen. Abgesehen von der herrlichen Ruhe und dem schwerelosen Zustand ist besonders zu den Themen Farbe, Form und Oberflächen unendlich viel zu entdecken. Wenn man sich mit dem Thema ”Bionik” beschäftigt, wird es natürlich auch konstruktiv sehr spannend.

was faellt dir als erstes ein, wenn du an dein studium im id4 denkst?
Unsere tagelangen Interpretationen der Aufgabenstellung. Das war immer eine gute Übung. Letztendlich kam wohl etwas ganz anderes heraus, als Nick es sich vorgestellt hat.

was hat dir für die praxis am meisten gebracht?
Mein Interesse, das weit über Produktdesign hinausgeht. Die Öffnung für andere Bereiche und meine Neugierde, ohne die ich nicht so viele interdisziplinäre Kooperationen kennen gelernt hätte.

welche lehr-ansätze von id4 funktionieren für dich noch? oder vielleicht gerade heute?
Die starke konzeptionelle Seite: Fragen stellen und in Frage stellen, um dadurch zu neuen Ansätzen zu kommen. Nick hat Impulse halbzerkaut in die Menge geworfen und zugesehen, was passiert. Das war eigentlich keine schlechte Methode, weil sie die Phantasie geweckt hat und zum Nachdenken anregte. Gestaltungsprozesse sind in der Regel nicht geradlinig und somit ist es wichtig, komplexe Impulse zuzulassen.

wenn du gerade nicht arbeitest, wo bist du am liebsten?
Irgendwo wo es heiß ist und am Wasser. Am besten unter Wasser!

auf was koenntest du leicht verzichten?
Auf Eierkocher, Softwareinstallationen und Buchhaltung.